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Sepp Multerer Schützengräben Lorettoschlacht Cambrai
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Panorama der Lorettohöhen

Schlacht um die Lorettohöhe

Lorettohöhe

Arras, Stadt in Nordfrankreich, Verwaltungssitz des Departements Pas-de-Calais und ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt. Die Stadt hat 39 000 Einwohner (1997). Arras war eine der reichsten Städte des französischen Mittelalters. Die Stadt war einer der Hauptbrennpunkte erbitterter Schlachten an der Westfront während des Ersten Weltkrieges. Die erste Schlacht fand hier am 13.10.1914 statt, wo die auf dem rechten Flügel des deutschen Heeres neu eingesetzte 6. Armee ihre Stellung am La Bassée-Kanal und auf der Lorettohöhe gewann. Vom 9.5. bis 23.7. und vom 25.9. bis 13.10. 1915 unternahmen die Franzosen erfolglose Angriffe auf die Lorettohöhe, und vom 2.4. bis 20.5.1917 griffen die Engländer an. Die 6. deutsche Armee wurde am 12.4. auf eine Reservestellung zurückgeworfen, an der die weiteren Angriffe scheiterten. Am 7.4.1918 griff die 17. deutsche Armee erfolglos in Richtung Arras an, und am 26.8. erfolgte ein Gegenangriff der Engländer. Sie verfolgten das Ziel, in den Rücken der 1917 angelegten Wotan-Stellung zu kommen. Am 2. 9.1918 wurde diese Linie durch einen Tankangriff überrollt.

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Lorettoschlacht

Definition, Bedeutung, Erklärung im Lexikon

Die Lorettoschlacht (benannt nach der Kapelle Notre-Dame-de-Lorette) bei Arras ist eine Schlacht des Ersten Weltkriegs. Die Kampfhandlungen begannen am 9. Mai 1915 durch die französische 10. Armee, als die Deutschen ihre eigene Offensive im Raum Ypern hatten einstellen müssen. Ziel des französischen Angriffs war die strategisch wichtige Vimy-Hügelkette nördlich von Arras.
Der Angriff erfolgte auf einer Breite von 34 km mit 18 Divisionen. Das Angriffszentrum von 12 km Breite bildeten sieben Divisionen. Auf den Kalksteinhügeln der Vimy-Kette hatten deutsche Truppen jedoch äusserst starke Verteidigungsstellungen mit Stacheldrahtverhauen, zahlreichen MG-Nestern sowie verdeckten Stellungen errichtet. Die Schützengräben der deutschen Truppen waren bereits besser ausgebaut als die alliierten Stellungen zu dieser Zeit.
Das französische Oberkommando berücksichtigte Erfahrungen aus bisherigen Durchbruchsversuchen. So sollte nach Einnahme der ersten Stellungen dem deutschen Gegner keine Zeit gelassen werden, sich wieder festzusetzen. Daher wurde in einem sehr breiten Frontabschnitt angegriffen und die Truppen der vordersten Front laufend verstärkt, um die Wucht des Angriffs aufrechtzuerhalten. Ausserdem sollte die Artillerie erheblich massierter eingesetzt werden. Für die Feldartillerie wurden rund 600.000 Schuss und für die schwere Artillerie ca. 91.000 Schuss bereitgestellt, was sich im Nachhinein als viel zu gering herausstellte.
Dem Angriff ging eine fünftägige Artillerievorbereitung voraus, die den Deutschen jedoch den Beginn der Offensive ankündigte. Der Überraschungseffekt war somit dahin. Der französischen Infanterie gelang es trotzdem, in die deutschen Stellungen einzudringen und diese bis in die 2. Reihe einzunehmen. Die bereitstehende französische Kavallerie sollte in diese Lücke stossen und den Durchbruch erweitern, um die deutsche Front aufzurollen. Es zeigte sich jedoch schnell, dass viele MG-Nester und Stacheldrahtverhaue intakt geblieben waren. Die Franzosen erlitten schwere Verluste. Die französischen Reservetruppen waren zu weit hinten positioniert und konnten nicht rechtzeitig eingreifen. Bereits am Abend zu Beginn der Offensive zeigte sich, dass die Wucht des Angriffs spürbar nachgelassen hatte. Deutsche Verstärkungen waren schnell zur Stelle und begannen sofort damit, die Einbrüche abzuriegeln.
Sechs Wochen nach Beginn stellte General Foch die Angriffe wegen hoher Verluste endgültig ein. Die Offensive führte zur Einnahme der Lorettohöhe und des völlig zerstörten Ortes Carency durch die Franzosen. Dem geringen Geländegewinn von 1,9 km Tiefe auf einer Frontbreite von 5,4 km standen jedoch Verluste von 60.000 Soldaten allein bei Vimy gegenüber.
Ein ebenfalls am 9. Mai 1915 durch die britische 1. Armee südwestlich von Lille erfolgter Angriff musste aufgrund fehlerhafter Artillerievorbereitung bereits nach einigen Stunden abgebrochen werden. Der britische Sturmangriff endete zum grössten Teil bereits vor den deutschen Stellungen in einem Desaster. Die Offensive wurde zwar am 16. Juni 1915 noch einmal unter Aufbietung aller Reserven gestartet, scheiterte jedoch ebenfalls.
Die französisch-britischen Gesamtverluste im Raum Arras-Lille betrugen ca. 132.000 Mann an Gefallenen und Verwundeten. Die Offensive hatte letztlich weder strategische noch taktische Vorteile für die alliierte Seite erbracht.
Es zeigte sich jedoch erneut die Überlegenheit der Verteidigung über den Angriff. Der Versuch der Alliierten, einen Durchbruch zu erzwingen, um wieder in den Bewegungskrieg überzugehen, war erneut gescheitert.

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  © Hans Ulrich Beck, 01. 06. 2006
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